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Untreue in der Beziehung gehört zu den häufigsten Gründen für tiefe Konflikte und Trennungen. Ein Seitensprung oder eine Affäre erschüttert Vertrauen, Sicherheit und Selbstwert. Viele Betroffene fragen sich verzweifelt: Warum ist das passiert? Hätte ich es verhindern können? Und gibt es für uns noch eine Chance?

In meiner Praxis erlebe ich immer wieder: Untreue ist selten „grundlos“. Sie ist ein Symptom dafür, dass in der Beziehung schon länger etwas aus dem Gleichgewicht geraten ist – auch wenn nach außen alles scheinbar funktioniert.


Untreue: Gebeichtet oder entdeckt – der Schmerz bleibt

Ob der Seitensprung gebeichtet oder zufällig entdeckt wird: Die Nachricht, dass der Partner untreu war, trifft oft wie ein Schlag ins Gesicht.

Plötzlich steht alles in Frage:

  • War unsere Geschichte eine Lüge?

  • Bin ich nicht genug?

  • Kann ich diesem Menschen jemals wieder vertrauen?

Die meisten Menschen wünschen sich nichts sehnlicher als einen treuen Partner. Gleichzeitig zeigen Umfragen, dass Untreue in langen Beziehungen weit verbreitet ist – deutlich häufiger, als die meisten glauben.

Vielleicht stehen Sie gerade an genau diesem Punkt und fragen sich:

Was sind die Gründe für Untreue – und was bedeutet das für unsere Beziehung?


Wenn aus Verliebtsein Alltag wird

Am Anfang fühlt sich vieles leicht an:
Schmetterlinge im Bauch, rosarote Brille, das Gefühl, nicht ohne den anderen sein zu können. Diese frühe Phase des Verliebtseins ist intensiv, aufregend und trägt die Beziehung ein gutes Stück.

Mit der Zeit ziehen Alltag, Verantwortung, beruflicher Stress und ungelöste Konflikte ein. Wenn eine Beziehung dann nicht bewusst gepflegt wird, entsteht nach und nach ein innerer Abstand.

Ich vergleiche eine Partnerschaft gerne mit einem Haus:
Wird es nicht instandgehalten, entstehen erst kleine Risse, dann größere Schäden – bis irgendwann das Fundament bröckelt.

Typische Anzeichen dafür sind:

  • Gespräche werden oberflächlich oder finden kaum noch statt

  • Nähe und Zärtlichkeit nehmen ab

  • Jeder lebt „sein eigenes Leben“

  • Konflikte werden verdrängt oder eskalieren immer nach dem gleichen Muster

In dieser Phase entsteht leicht der Nährboden für eine Affäre.

Welche Herausforderungen sich im Laufe der Zeit zeigen, hängt auch stark von den verschiedenen Phasen einer Beziehung ab – und davon, wie bewusst Sie mit diesen Phasen umgehen. Lesen Sie mehr dazu im Artikel Phasen einer Beziehung

Wenn Paare nur noch „nebeneinander her“ leben

In meinen Beratungen höre ich sehr häufig Sätze wie:

„Wir haben uns auseinandergelebt.“
„Das hatte doch nichts mit unserer Beziehung zu tun.“
„Das war doch nur Sex.“

Hinter diesen Sätzen stehen oft sehr unterschiedliche Beziehungsmodelle, die im Alltag unbewusst entstehen:

1. Das Parallel-Leben

Beide Partner funktionieren nach außen: Beruf, Kinder, Haushalt, Verpflichtungen. Nach innen lebt jeder seine eigene Welt.

Man teilt Bett, Adresse und vielleicht den Familienkalender – aber kaum noch echtes inneres Erleben. Nähe, Vertrauen und Intimität geraten in den Hintergrund. Die Beziehung wirkt nach außen stabil, fühlt sich aber innerlich leer an.

Viele Paare merken erst spät, wie sehr sie bereits in solchen Mustern feststecken. Häufig zeigen sich dann typische Beziehungsprobleme, die sie innerlich zermürben und ratlos zurücklassen.
Mehr dazu finden Sie im Artikel : typische Beziehungsprobleme

2. Die Eltern-Wohngemeinschaft

Hier bleiben Paare vor allem wegen der Kinder zusammen.
Die gemeinsame Elternrolle funktioniert, Termine werden organisiert, Erziehung abgesprochen – doch als Paar existieren sie kaum noch.

Aus „Wir als Liebespaar“ wird „Wir als funktionierendes Elternteam“.
Zärtlichkeit, Sexualität und persönliche Nähe bleiben auf der Strecke.

3. Besitzstandswahrung

In dieser Konstellation steht der Erhalt von Status, Vermögen, Haus oder Lebensstandard im Vordergrund. Man bleibt zusammen, weil eine Trennung unbequem, teuer oder gesellschaftlich unangenehm wäre.

Die Beziehung wird dann eher wie ein „Vertrag“ gelebt:

  • Sicherheit und Komfort

  • Soziale Fassade

  • Gewohnheiten und Strukturen

Liebe, echte Begegnung und innere Verbundenheit geraten in den Hintergrund. Untreue taucht hier nicht selten als „heimlicher Ausweg“ auf.


Wenn ein Kind kommt: Nähe zum Baby, Distanz zum Partner

Ein besonders sensibler Zeitpunkt für Untreue ist die Phase nach der Geburt eines Kindes.

Viele Mütter gehen anfangs vollständig in ihrer neuen Rolle auf. Nähe, Zärtlichkeit und körperliche Präsenz fokussieren sich auf das Baby. Das ist natürlich – und gleichzeitig eine große Herausforderung für die Paarbeziehung.

Ich höre in Beratungen häufig Sätze wie:

„Den ganzen Tag hängt mein Kind an mir – abends ertrage ich keine weitere Berührung mehr.“

Für den Partner kann diese Zeit sehr schmerzhaft sein:

  • Er fühlt sich zurückgewiesen oder überflüssig

  • Eifersucht auf das Kind entsteht (auch wenn das kaum jemand gerne zugibt)

  • Das Bedürfnis nach Nähe, Berührung und Sexualität bleibt unerfüllt

Wird über all das nicht offen gesprochen, wächst stiller Frust – auf beiden Seiten.

Die Gefahr: Einer von beiden sucht Bestätigung, Leichtigkeit und körperliche Nähe außerhalb der Beziehung. Die Affäre scheint dann zunächst wie eine „Erleichterung“, verschärft aber das eigentliche Problem.


Untreue in der Beziehung oder die Affäre als Symptom unerfüllter Bedürfnisse

Affären entstehen selten „aus heiterem Himmel“. Häufig steckt dahinter:

  • das Bedürfnis nach Gesehenwerden und Anerkennung

  • die Sehnsucht nach Leichtigkeit und Unbeschwertheit

  • der Wunsch, sich wieder attraktiv und lebendig zu fühlen

  • der Versuch, innere Leere oder Einsamkeit zu betäuben

Manche testen damit unbewusst ihren „Marktwert“. Andere fühlen sich in der Außenbeziehung zum ersten Mal seit langer Zeit wieder wahrgenommen, begehrt, berührt.

Doch Untreue löst kein einziges Beziehungsproblem.
Sie verschiebt es lediglich – und fügt zusätzlich eine tiefe Verletzung hinzu.


Untreue in der Beziehung – was tun, wenn die Affäre auffliegt?

Wenn Untreue ans Licht kommt, stehen Sie vor einer entscheidenden Frage:

Wie gehen wir jetzt damit um?

Wegschauen, verdrängen oder schweigen lindert den Schmerz nicht. Im Gegenteil: Ungesagtes legt sich wie ein Schleier über alles Weitere.

Aus meiner Erfahrung als langjährige Expertin für Ehekrisen, Paarkonflikte und Beziehungsprobleme sind folgende Schritte hilfreich:

1. Verantwortung übernehmen

Wenn Sie die untreue Person sind:

  • Stehen Sie zu Ihrem Handeln.

  • Verharmlosen oder relativieren Sie nicht („Das war doch nur Sex“).

  • Geben Sie Ihrem Partner Raum für Gefühle – auch wenn diese schwer auszuhalten sind.

Ehrlichkeit ist schmerzhaft, aber notwendig.
Feigheit und Schweigen verlängern das Leid und sind ein Zeichen mangelnder Wertschätzung.

2. Das Gespräch suchen – trotz Angst

Offene Gespräche nach einer Affäre sind emotional anstrengend, aber unverzichtbar.

Wichtige Fragen können sein:

  • Was hat in unserer Beziehung über längere Zeit gefehlt?

  • Wie haben wir beide zu dieser Situation beigetragen?

  • Was brauchen wir, um Vertrauen wieder langsam aufzubauen?

Es geht nicht darum, Schuld zu verteilen. Entscheidend ist, die Dynamik zu verstehen – und zu schauen, ob und wie beide bereit sind, an sich und der Beziehung zu arbeiten.

3. Untreue in der Beziehung als Wendepunkt verstehen

Untreue ist keine Garantie für das Ende einer Beziehung.
Ich habe viele Paare begleitet, die gerade durch diese Krise ehrlicher, bewusster und verbundener miteinander geworden sind als jemals zuvor.

Dafür braucht es:

  • Klarheit darüber, wie es dazu kommen konnte

  • den Mut, auch eigene Anteile anzuschauen

  • den Willen, alte Muster zu verlassen

  • Zeit und Geduld, Vertrauen Stück für Stück neu wachsen zu lassen


Professionelle Begleitung: Sie müssen das nicht alleine schaffen

Gerade nach einem Vertrauensbruch sind Gespräche zu zweit oft so aufgeladen, dass sie immer wieder im Streit oder im Rückzug enden.

Hier kann eine neutrale, erfahrene Begleitung helfen, Struktur, Ruhe und Klarheit in das Durcheinander zu bringen.

Wenn Sie merken, dass Sie allein im Kreis drehen, ist das kein Versagen – sondern ein Zeichen von Verantwortungsbewusstsein.


Ihr nächster Schritt: Klarheit gewinnen

Wenn Sie spüren, dass Untreue Ihre Beziehung erschüttert und Sie sich fragen, ob und wie es weitergehen kann, lade ich Sie ein:

Vereinbaren Sie ein persönliches Impulsgespräch mit mir.
In diesem geschützten Rahmen schauen wir gemeinsam auf Ihre Situation, ordnen Gefühle und Gedanken und prüfen, welche nächsten Schritte für Sie sinnvoll sind.

📞 Rufen Sie mich an unter [0211-598 20 740]
oder
📩 schicken Sie mir eine Nachricht über das Kontaktformular auf Lebens-Linie.de.

Möglicherweise ist Ihre Beziehung noch nicht am Ende – sondern an einem Wendepunkt.

Ich freue mich darauf, Sie kennenzulernen und zu unterstützen.


Mehr Impulse für Ihren Weg

Wenn Sie sich regelmäßig stärkende Gedanken und konkrete Anregungen für Ihre Beziehung wünschen:

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Sabine Lahme begleitet Sie auch beim Thema Untreue in der Beziehung

Ihre
Sabine Lahme

Beziehungs-Coach mit jahrelanger Erfahrung als geprüfte Psychologische Beraterin. Systemischer Coach für die Bereiche private Partnerschaft, berufliche und private Entwicklung, Unternehmens-Coach, Management-Coach,Fach- und Führungskräfte-Coach, sowie Expertin bei Ehekrisen, Paarkonflikte und Beziehungsproblemen.