Ein ehrlicher, mutiger und möglicher Weg zurück in die Beziehung
Untreue trifft eine Beziehung nicht oberflächlich.
Sie trifft ins Innerste.
Viele Menschen beschreiben diesen Moment als einen inneren Zusammenbruch:
Das Vertrauen nach Untreue schwindet. Der Boden unter den Füßen bricht weg.
Das Herz rast.
Gedanken überschlagen sich.
Und plötzlich ist nichts mehr so, wie es einmal war.
Vielleicht erkennen Sie sich selbst in diesen Sätzen wieder:
- „Ich weiß nicht mehr, was echt war.“
- „Ich zweifle an allem – sogar an mir selbst.“
- „Ich fühle mich gekränkt, wütend, ohnmächtig.“
- „Ich habe Angst, nie wieder vertrauen zu können.“
Und irgendwann steht diese eine Frage unausweichlich im Raum:
Kann man nach Untreue wirklich wieder Vertrauen aufbauen?
Meine ehrliche Antwort lautet:
Ja – jedoch nicht einfach. Und nicht so wie vorher.
Vertrauen nach Untreue entsteht nicht von allein.
Nicht durch Zeit.
Nicht durch Schweigen.
Und auch nicht durch ein vorschnelles „Wir schauen nach vorne“.
Vertrauen entsteht durch Mut.
Durch Verantwortung.
Durch Klarheit.
Und durch die Bereitschaft, sich dem Schmerz wirklich zu stellen.
Untreue ist mehr als ein Seitensprung
Bevor wir über Vertrauen sprechen, ist es wichtig zu verstehen, was Untreue emotional bedeutet.
Untreue ist nicht nur ein körperlicher Akt.
Sie ist ein Bruch der emotionalen Sicherheit.
Für viele fühlt sie sich an wie:
- Verrat
- Loyalitätsbruch
- der Verlust von Zugehörigkeit
- ein Angriff auf den eigenen Selbstwert
Nicht selten höre ich in meiner Arbeit Sätze wie:
„Ich hinterfrage unsere gesamte Beziehung.“
„Ich weiß nicht mehr, ob ich meiner Wahrnehmung trauen kann.“
„Ich erkenne meinen Partner / meine Partnerin nicht mehr.“
Diese Reaktionen sind normal.
Denn Untreue erschüttert das Fundament, auf dem Nähe, Sicherheit und Bindung aufgebaut sind.

Die erste unbequeme Wahrheit: Das alte Vertrauen kommt nicht zurück
Das mag schmerzen – und doch ist es entscheidend, dass Sie das hören:
Das Vertrauen von früher ist verloren.
Es lässt sich nicht reparieren wie ein kaputter Gegenstand.
Der Weg nach Untreue führt nicht zurück.
Er führt nach vorne.
Neues Vertrauen ist anders:
- bewusster
- reifer
- klarer
- weniger naiv
- oft tiefer, wenn beide diesen Weg wirklich gehen
Das Ziel ist nicht, wieder so zu werden wie früher.
Das Ziel ist, ehrlicher, reflektierter und echter miteinander zu sein als zuvor.
Phase 1: Der Schmerz braucht Raum – ohne Abkürzungen
Viele Paare wünschen sich nach Untreue vor allem eines:
schnell wieder Normalität.
Doch Vertrauen nach Untreiueentsteht nicht durch Tempo.
Sie entsteht durch Tiefe.
Wenn Sie betrogen wurden
Ihre Gefühle sind berechtigt.
Alle.
Wut.
Trauer.
Scham.
Ekel.
Angst.
Ohnmacht.
Misstrauen.
Sie müssen sich nicht zusammenreißen.
Sie müssen nicht „stark“ sein.
Und Sie müssen auch nicht vergeben, um geliebt zu werden.
Veränderung beginnt dort, wo Gefühle ausgesprochen werden dürfen, ohne relativiert oder bewertet zu werden.
Wenn Sie untreu waren
Jetzt geht es um Verantwortung – nicht um Rechtfertigung.
Verantwortung bedeutet:
- zuhören, ohne sich zu verteidigen
- aushalten, ohne abzuwerten
- präsent bleiben, auch wenn es unangenehm wird
Sätze wie:
- „So schlimm war es doch nicht.“
- „Es war doch nur…“
- „Irgendwann müssen Sie mir doch wieder vertrauen.“
verhindern jede Form von Vertrauensaufbau.
Der gekränktee Mensch reagiert nicht rational.
Er reagiert aus einem tiefen inneren Schock heraus.
Und dieser braucht Zeit, Raum und Sicherheit.
Phase 2: Ehrlichkeit – klar, aber nicht verletzend
Vertrauen nach Untreue entsteht nicht durch Schweigen.
Aber auch nicht durch eine gnadenlose Offenlegung jedes Details.
Es entsteht durch ehrliche Antworten auf die richtigen Fragen.
Dazu gehören:
- Was hat emotional gefehlt – ohne Schuldzuweisung?
- Wo wurden Grenzen überschritten?
- Welche Entscheidungen wurden bewusst getroffen?
- Was wurde sich selbst nicht eingestanden?
Nicht jedes Detail hilft bei der Heilung.
Manches kann zusätzlich traumatisieren.
Doch Ausweichen, Lügen oder Verharmlosen zerstören jeden Fortschritt.
Ehrlichkeit heißt nicht, alles zu sagen.
Ehrlichkeit heißt, nichts Wesentliches zu verschweigen.
Phase 3: Verantwortung übernehmen – ohne Ausflüchte
Ein „Es tut mir leid“ reicht nicht aus.
Echte Verantwortung bedeutet:
- keine Schuldumkehr
- keine Rechtfertigungen
- keine Ausreden über äußere Umstände
Ja, Beziehungen haben Themen.
Ja, Nähe kann verloren gehen.
Ja, Konflikte können ungelöst sein.
Und dennoch gilt:
Untreue ist immer eine persönliche Entscheidung.
Diese Verantwortung anzuerkennen, ist die Basis für neues Vertrauen.
Phase 4: Kontrolle ist verständlich – aber kein Weg zurück ins Vertrauen
Nach Untreue entsteht oft ein starkes Bedürfnis nach Kontrolle:
- Handy überprüfen
- ständig nachfragen
- innere Daueranspannung
- Angst vor erneuter Verletzung
Das ist menschlich.
Und gleichzeitig auf Dauer zerstörerisch.
Vertrauen wächst nicht durch Kontrolle.
Es wächst durch verlässliche, konsistente Handlungen.
Dazu gehören:
- Absprachen einhalten
- Transparenz zeigen
- erreichbar sein
- Worte und Taten in Einklang bringen
Nicht einmal.
Nicht für kurze Zeit.
Sondern kontinuierlich.
Phase 5: Neue Kommunikation lernen
Viele Paare sprechen nach Untreue viel –
aber sie sprechen nicht wirklich miteinander.
Echte Paarkommunikation braucht:
- Zuhören ohne Unterbrechung
- Ich-Botschaften statt Vorwürfe
- emotionale Ehrlichkeit
- Pausen

Nicht jedes Gespräch muss sofort gelöst werden.
Aber jedes Gespräch darf ehrlich sein.
Phase 6: Vergebung – kein Muss, sondern ein Prozess
Vergebung ist kein Schalter.
Und sie ist keine Verpflichtung.
Vergebung bedeutet nicht:
- dass es okay war
- dass alles vergessen wird
- dass der Schmerz ungeschehen ist
Vergebung bedeutet:
- sich innerlich zu entlasten
- nicht dauerhaft im Gestern gefangen zu bleiben
- wieder Handlungsspielraum zu gewinnen
Manche Paare finden Vergebung.
Manche nicht.
Beides ist legitim.
Wann Vertrauen nach Untreue wieder wachsen kann
Vertrauen kann wachsen, wenn:
- beide bleiben wollen
- beide Verantwortung übernehmen
- beide bereit sind, sich zu verändern
- beide Unterstützung annehmen können
Vertrauen wächst nicht durch Hoffnung.
Es wächst durch Handlungen.
Wann es wichtig ist, loszulassen
So ehrlich sollten wir auch sein:
Wenn:
- Untreue geleugnet oder verharmlost wird
- Schuld dauerhaft umgedreht wird
- Sie sich klein, unsicher oder wertlos fühlen
- Sie sich selbst verlieren
dann ist es kein Vertrauensprozess.
Dann ist es Selbstverrat.
Auch das zu erkennen, ist Stärke.
Mein Schlussgedanke zum Thema Vertrauen nach Untreue für Sie
Untreue ist eine tiefe Erschütterung.
Aber sie muss nicht zwangsläufig das Ende sein.
Sie kann – wenn beide bereit sind –
der Beginn von mehr Ehrlichkeit, Tiefe und Bewusstheit sein.
Nicht leicht.
Nicht schmerzfrei.
Aber möglich.
Wenn Sie spüren, dass Sie diesen Weg nicht allein gehen möchten, holen Sie sich Unterstützung.
Nicht, weil Sie versagt haben.
Sondern weil Ihnen Ihre Beziehung – und Sie selbst – wichtig sind.

Zum Schluß; für Vertrauen nach Untreue – Unterstützung annehmen
Wenn Sie gerade mitten in dieser Krise stecken, lade ich Sie herzlich zu einem exklusiven Impulsgespräch ein. Gemeinsam schauen wir, wo Sie stehen und welcher nächste Schritt für Sie sinnvoll ist.
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